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Rotes Fleisch: kein Einfluss auf Blutdruck und Lipidwerte


Aufgrund von Beobachtungsstudien, die einen Zusammenhang zu Herz- und Gefäßkrankheiten sowie zur Sterblichkeit fanden, begrenzen viele nationale Ernährungsrichtlinien den Verzehr von „rotem“ Fleisch. Dieses Vorgehen wird kritisiert, weil die Definitionen der Fleischarten in den Studien oft ungenau sind und/oder weil das Frischfleisch nicht vom verarbeiteten Fleisch, das heißt von Wurst und Fleischwaren unterschieden wurde.

Gesicherte Erkenntnis bis jetzt:


Epidemiologische Studien zeigen Korrelationen auf, die jedoch nicht ursächlich (kausal) miteinander verbunden sein müssen.

Anlass dieser Meldung


Ein Team von der Purdue Universität im US-amerikanischen West Lafayette wertete erstmals systematisch die Daten der vorliegenden Interventionsstudien aus, um zu sehen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum „roten“ Fleisches und Risikofaktoren für Herz- und Gefäßkrankheiten gibt. Als „rotes“ Fleisch galten: Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Ziege, Elch, Bison, Wild etc.

Studiendesign


Studienart:

Meta-Analyse aus 24 randomisiert-kontrollierten Interventionsstudien (RCTs), 8 Cross-over, 16 parallele Studien

Datenerhebung:

Screening dreier Datenbanken (PubMed, Cochrane, Scopus), aus 945 identifizierten Studien (1980 – 2015) anhand der Einschlusskriterien (RCT, Alter ab 19 J., mind. 1 Risikofaktor und Menge der Fleischportionen mitgeteilt) 24 Studien ausgewählt und analysiert, diverse Vergleichsgruppen (z. B. Geflügel, Fisch, ovo-lakto-vegetarisch)

Probanden:

ab 19 Jahre, 8 – 165 Teilnehmer, gesund oder mit Risikofaktoren, Fleischkonsum entweder bis 0,5 Portionen täglich (35 g) oder darüber (Bereich 1 – 7,1 Portionen/Tag).

Dauer:

2 – 32 Wochen

Quelle:

O ́Connor, LE et al.: Am J Clin Nutr 2017, doi: 10.3945/ajcn.116.142521

Ergebnisse

Es fand sich keinerlei Zusammenhang zwischen dem Konsum an „rotem“ Fleisch und dem Gesamt-, LDL- oder HDL-Cholesterin, dem Verhältnis von Gesamt- zu HDL-Cholesterin, zu den Triglyzeriden oder zum diastolischen und systolischen Blutdruck. Bei mehr als 3 Portionen täglich war das HDL-Cholesterin höher.

► Bei LOGI wird der Konsum von frischem Fleisch nicht eingeschränkt, sofern es von reichlich Gemüse oder Salat begleitet ist. Die Studie bestätigt, dass der Konsum von verschiedensten Fleischarten (nicht Wurstwaren) keine negativen Auswirkungen auf klinisch relevante Risikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle hat.


Ernährungsempfehlungen brauchen eine fundierte wissenschaftliche Basis!

Quelle: Systemed Verlag

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